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Beschluss - Arzneimittel-Richtlinie:

Einleitung eines Stellungnahmeverfahrens - § 4a und Abschnitt N §§ 44 bis 46 (Cannabisarzneimittel)

Weiterführende Informationen


Zwei Beschlüsse haben in den vergangenen Tagen Aufsehen erregt: (1) der Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses zur weiteren Ausgestaltung des Cannabis als Medizin-Gesetzes, der die Kostenübernahmen durch die gesetzlichen Krankenkassen weiter erschweren würde, sowie (2) die die Entscheidung des Bundessozialgerichts zur Kostenübernahme von cannabisbasierten Medikamenten durch die gesetzlichen Krankenversicherungen.

Die Tagesschau berichtete über hohe Hürden für eine Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, die durch das Bundessozialgericht bestätigt wurden. Das Bundessozialgericht hat auf seiner Webseite die vier Fälle, in denen es um die Urteile ging, ausführlich vorgestellt. Nur einer der Kläger war erfolgreich.

Die ACM und andere im Cannabisbereich aktive Institutionen sehen den Beschluss des G-BA (Gemeinsamen Bundesausschusses) kritisch. Die ACM wird daher im Rahmen des Stellungnahmeverfahrens eine ausführliche Stellungnahme anfertigen. Darüber hinaus planen einige Verbände, darunter auch ACM und der Patientenverband SCM, eine gemeinsame kurze Stellungnahme.

Besonders kritisch sehen viele Verbände die geplante weitgehende Verdrängung der Hausärzte aus der Versorgung mit cannabisbasierten Medikamenten im Rahmen der GKV sowie den Versuch, die Therapie mit Cannabisblüten zugunsten von Cannabisextrakten zurückzudrängen. Wir nehmen die Vorschläge des G-BA ernst, da dieser per Gesetz die Entscheidungsgewalt darüber hat, wie das Cannabis als Medizin-Gesetz zukünftig ausgestaltet werden soll.

Kurz gesagt: Die Umsetzung der - vorläufigen - Beschlüsse des G-BA würde zu einer erneuten Erschwerung für Patientinnen und Patienten führen, cannabisbasierte Medikamente von den gesetzlichen Krankenkassen erstattet zu bekommen. Es bleibt aber noch abzuwarten, wie der Studienbericht nach Berücksichtigung der Stellungnahmen der Verbände endgültig aussehen wird.

Nach dem gegenwärtigen Stand der politischen Diskussion könnte es in den kommenden zwei Jahren Fortschritte bei der Cannabisverwendung für den Freizeitkonsum durch Erwachsene geben, jedoch Rückschritte bei der Versorgung der Bevölkerung mit cannabisbasierten Medikamenten. Zwar gab und gibt es Bekundungen von Fachpolitikern aus dem Deutschen Bundestag, dass auch beim Cannabis als Medizin-Gesetz Verbesserungen notwendig sind. Bisher liegen im Gegensatz zum Eckpunktepapier zur generellen Legalisierung jedoch keine konkreten Pläne oder konkrete Absichten zum Thema Cannabis als Medizin vor.

Und im Übrigen: Das Betäubungsmittelgesetz wurde geschaffen, um Menschen vor gesundheitlichen Schäden durch Betäubungsmittel zu schützen. Es wurde nicht geschaffen, um kranke Menschen durch strafrechtliche Maßnahmen zu schädigen!

Franjo Grotenhermen


Bundessozialgericht: Entscheidung zu Cannabis auf Rezept

Wer darf Cannabis auf Rezept bekommen? Darüber hat heute (10.11.2022) das Bundessozialgericht in Kassel entschieden und dabei mehrere grundsätzliche Fragen zur Cannabis-Abgabe aus medizinischen Gründen geklärt.

Seit 2017 gibt es in Deutschland die gesetzliche Regelung, dass Patient:innen mit schwerwiegenden Erkrankungen bei fehlenden Therapiealternativen Cannabis auf Rezept als Kassenleistung erhalten - zum Beispiel zur Schmerz- und Krampflinderung. Alle aktuellen Informationen und tagesschau24 im Livestream: www.tagesschau.de

Kontrollierte Abgabe von Cannabis: Eckpunktepapier der Bundesregierung liegt vor..

Das Bundeskabinett hat Eckpunkte zur kontrollierten Abgabe von Cannabis an Erwachsene zu Genusszwecken beschlossen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach stellte das Eckpunktepapier der Bundesregierung in der Bundespressekonferenz vor: "Die Drogenpolitik muss erneuert werden. Wir wollen den Cannabis-Konsum unter Gesundheitsaspekten reformieren." Wir sind nun in einer Phase, wo wir prüfen, ob die Grundlage, die wir mit dem Eckpunktpapier geschaffen haben, auch international tragfähig ist. Daher legen wir der Europäischen Kommission die Eckpunkte zur Prüfung mit dem geltenden Völker- und Europarecht vor. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach 

Das Eckpunktepapier entstand im intensiven Austausch mit Expertinnen und Experten sowie Interessengruppen im Rahmen eines vorgeschalteten Konsultationsprozesses unter der Leitung des Sucht- und Drogenbeauftragten der Bundesregierung. Bei der Umsetzung des Koalitionsvorhabens berücksichtigt die Bundesregierung dessen völker- und europarechtlichen Rahmen. Sie wird dazu u.a. bezüglich der bestehenden völkerrechtlichen Abkommen eine Interpretationserklärung abgeben und den Gesetzentwurf im Rahmen einer Notifizierung bei der EU-Kommission vorlegen. Die wichtigsten geplanten gesetzlichen Regelungen zur Cannabis-Legalisierung...

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  Quelle : Bundesministerium für Gesundheit

Verbände: Versorgung mit medizinischem Cannabis verbessern

Bei der geplanten Legalisierung von Cannabis darf die Bedeutung des medizinischen Cannabis für Patient:innen nicht vergessen werden. Darauf weisen acht Cannabis-Verbände hin. Sie fordern von der Politik unter anderem, den Genehmigungsvorbehalt abzuschaffen und die Kostenerstattung für Patient:innen zu sichern.


Deutschland sei von einer ausreichenden Versorgung der Bevölkerung mit medizinischem Cannabis noch weit entfernt. Darauf machen die Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin, der Bund Deutscher Cannabis-Patienten, der Branchenverband Cannabiswirtschaft, der Bundesverband pharmazeutischer Cannabinoidunternehmen, die Deutsche Medizinal-Cannabis Gesellschaft, der Patientenverband Selbsthilfenetzwerk Cannabis-Medizin, der Verband der Cannabis versorgenden Apotheken und das Wissenschaftsnetzwerk Cannabinoide in der Medizin gemeinsam in einer Erklärung aufmerksam. "So wie es ist, kann es nicht bleiben."

Die Verbände fordern:

  • Genehmigungsvorbehalt abschaffen und Kostenerstattung für Patient:innen sichern
  • Therapiehoheit für Ärzt:innen wiederherstellen
  • Soziale Schieflage bei der Versorgung mit Medizinalcannabis überwinden
  • Bestehenden Rechtsrahmen für medizinisches Cannabis bundesweit einheitlich gestalten
  • Qualität und Sicherheit für Medizinalcannabis sicherstellen
  • Versorgung von Patient:innen mit qualitätsgesicherten cannabisbasierten Arzneimitteln vorrangig sichern
  • Klinische Forschung durch bessere Rahmenbedingungen sowie finanzielle Unterstützung fördern
  • Grundlagen des Endocannabinoidsystems und des therapeutischen Potenzials von Cannabinoiden in der medizinischen und pharmazeutischen Lehre verankern

"Viele Patient:innen, die Cannabis aus medizinischen Gründen benötigen, sind gegenwärtig weiterhin in die Illegalität gedrängt oder werden sogar strafrechtlich verfolgt", heißt es in der Erklärung. Der Grund liege in der hohen Ablehnungsquote von Kostenübernahmeanträgen durch die Krankenkassen und damit verbunden das Ausweichen auf den illegalen Markt. Eine weitere daraus resultierende Notlösung ist die Eigenfinanzierung von ärztlicher Behandlung und Arzneimitteln. "Viele Patient:innen können sich diese Behandlungskosten und die Medikamente aus der Apotheke aus finanziellen Gründen nicht leisten, sodass eine soziale Schieflage entstanden ist", heißt es weiter.

"Patient:innen mit einer ärztlich bescheinigten Notwendigkeit für eine cannabisbasierte Therapie sollten nicht länger Gefahr laufen, strafrechtlich verfolgt zu werden", fordert Dr. Franjo Grotenhermen, stellvertretender Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin. Auch bei der Behandlung mit Cannabis-Medikamenten müsse die Therapiehoheit bei den behandelnden Ärzt:innen liegen.


40 Prozent der Anträge werden abgelehnt !

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Studie zum regulierten Cannabisverkauf in Apotheken im Kanton Basel-Stadt: In dieser Studie werden die gesundheitlichen Auswirkungen eines regulierten Cannabisverkaufs im Vergleich zur aktuellen Situation, in welcher Cannabis illegal erhältlich ist, untersucht. Die daraus gewonnen wissenschaftlichen Erkenntnisse liefern eine Diskussionsgrundlage für eine künftige verantwortungsvolle Cannabispolitik in der Schweiz.

WEED CARE ist eine Studie des Gesundheitsdepartementes Basel-Stadt, der Universitären Psychiatrischen Kliniken (UPK) Basel und der Universität Basel und wurde von der Ethikkommission Nordwest- und Zentralschweiz sowie vom Bundesamt für Gesundheit bewilligt. Die Studie startet am 15. September 2022.

Anmeldungen sind bereits jetzt möglich. Zur Anmeldung : KLICK HIER !!!


In der Schweiz wird seit einigen Jahren der gesetzliche Umgang mit Cannabis intensiv diskutiert. Das langjährige Verbot vermochte den Cannabiskonsum nicht nachhaltig einschränken, geht jedoch mit erheblichen gesundheitlichen und sozialen Risiken für die Konsumierenden einher. Im Rahmen einer Cannabisregulierung stehen diverse Massnahmen zur Verfügung, um u.a. einen sicheren Konsum zu ermöglichen, die Gesundheit der Konsumierenden zu stärken und die Kriminalisierung zu reduzieren. Bislang gibt es jedoch kaum gesicherte wissenschaftliche Erkenntnisse hinsichtlich der Auswirkungen alternativer Regulierungsansätze.


Am 15. Mai 2021 trat der Experimentierartikel für Pilotversuche mit Cannabis in der Schweiz in Kraft, der streng reglementierte wissenschaftliche Studien zum regulierten Cannabisverkauf ermöglicht. Studien zur Cannabisregulierung sollen wissenschaftliche Erkenntnisse für eine gesundheitspolitische Diskussion über einen zukünftigen verantwortungsvollen Umgang mit Cannabis in der Schweiz liefern. Informationen : KLICK HIER !!!

WEED CARE / weedcare@usb.ch 


Studien belegen Wirkung - Verwendung von CBD-Blüten untersucht..

Eine Studie des schweizerischen Bundesamts für Gesundheit (BAG) hat untersucht, welche Menschen CBD-Blüten konsumieren und welche Gründe dafür vorliegen.

Laut Branchenexperten sind die Ergebnisse auf Deutschland und Österreich übertragbar.

  • CBD-Konsumenten sind oft junge Menschen
  • Entspannung und Wohlbefinden dank CBD-Blüten
  • Hype um CBD-Blüten
  • CBD-Blüten sind in der Europäischen Union legal
  • Forschung mit großem Interesse an CBD

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Wissenschaftsnetzwerk Cannabinoide in der Medizin (WCM) gegründet

Erfahrene deutschsprachige Wissenschaftler wollen den fachlichen Austausch zu Cannabinoiden in der Medizin fördern, sowohl hinsichtlich ihres therapeutischen Nutzens als auch hinsichtlich ihrer Risiken. Dazu haben sich ausgewiesene Experten aus unterschiedlichen Bereichen der Medizin zum Wissenschaftsnetzwerk Cannabinoide in der Medizin (WCM) zusammengeschlossen. Das WCM versteht sich zudem als Ansprechpartner für alle Fragen rund um das Thema Cannabinoide in der Medizin. "Wir haben mit dem WCM einen informellen Rahmen für einen Dialog zwischen Forschenden aus verschiedenen Disziplinen geschaffen", erklärt Gründungsmitglied Professorin Dr. med. Kirsten Müller-Vahl, Oberärztin in der Klinik für Psychiatrie, Sozialpsychiatrie und Psychotherapie an der Medizinischen Hochschule Hannover. "Aber wir wollen nicht nur den fachlichen Austausch unter Expert:innen erleichtern, sondern stehen auch allen anderen Personengruppen zur Verfügung, die kompetente Antworten suchen." Angesichts der Vielzahl der Akteure und der zum Teil widersprüchlicher Informationen zum Thema Cannabis und Cannabinoide in der Medizin ist es mittlerweile nicht immer leicht, den Überblick zu behalten und kompetente Ansprechpersonen zu finden. Dem will das WCM Abhilfe schaffen. So heißt es im Selbstverständnis auf seiner Internetseite: "Das WCM ermöglicht einen transdisziplinären und interprofessionellen Austausch, um den wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn zu Cannabinoiden in der Medizin zu fördern. Es ist offen für Anfragen aus der Medizin und anderen Gesundheitswissenschaften, Politik, Industrie, Medien und anderen gesellschaftlichen Akteur*innen, die kompetente wissenschaftsbasierte Antworten auf Fragen aus dem gesamten Spektrum pharmakologischer und toxikologischer Wirkungen cannabisbasierter Medikamente und anderer Modulatoren des Endocannabinoidsystems suchen."

Die sieben Gründungsmitglieder sind

Professor Dr. rer. nat. Dipl.-Chem. Volker Auwärter, Universitätsklinikum Freiburg

Dr. med. Knud Gastmeier, Praxis für ambulante Palliativmedizin, Potsdam

Professor Dr. med. Sven Gottschling, Universitätsklinikum des Saarlandes

Dr. med. Franjo Grotenhermen, Zentrum für Cannabismedizin, Steinheim/NRW

Professor Dr. med. Matthias Karst, Medizinische Hochschule Hannover

Privatdozent Dr. med. Christian Kessler, Abteilung für Naturheilkunde am Immanuel Krankenhaus Berlin

Professorin Dr. med. Kirsten Müller-Vahl, Medizinische Hochschule Hannover

Internetseite

www.wissenschaft-cannabinoide.de

Pressekontakt:

Kontakt und verantwortlich im Sinne des Presserechts
Prof. Dr. Volker Auwärter
Institut für Rechtsmedizin
Universitätsklinikum Freiburg
Albertstraße 8
79104 Freiburg im Breisgau
E-Mail: volker.auwaerter@uniklinik-freiburg.de


Prof. Dr. med. Sven Gottschling
Zentrum für altersübergreifende Palliativmedizin und Kinderschmerztherapie
Universitätsklinikum des Saarlandes
Gebäude 69.DG
66421 Homburg
E-Mail: zentrum.palliativmedizin@uks.eu


Cannabis-Legalisierung: Verkauf nur durch geschultes Personal

Eine Plantage für Cannabis-Pflanzen zum medizinischen Gebrauch. Die Ampel-Parteien möchten die Droge zum Konsum für Genusszwecke zulassen. Nun wird diskutiert, wer Cannabis verkaufen darf. © Christian Charisius/dpa
Eine Plantage für Cannabis-Pflanzen zum medizinischen Gebrauch. Die Ampel-Parteien möchten die Droge zum Konsum für Genusszwecke zulassen. Nun wird diskutiert, wer Cannabis verkaufen darf. © Christian Charisius/dpa
  1. Verkauf von Cannabis soll im Rahmen der Cannabis-Legalisierung nur durch geschultes Personal erfolgen
  2. Apotheken könnten Cannabis verkaufen - Burkhard Blienert neuer Anti-Drogenbeauftragter
  3. Suchtexperte fordert Aufklärung über unschädliche Konsumformen im Rahmen der Cannabis-Legalisierung

Die Ampel-Koalition hat sich auf die Legalisierung von Cannabis geeinigt. Doch einige Fragen sind noch ungeklärt. Dazu gehört: Wer darf das Hanf verkaufen? Lesen Sie den gesamten Artikel 👇

Die Verwendung von Cannabidiol-Öl (CBD) könnte zur potenziellen Behandlung von Lungenkrebs geeignet sein. Es scheint, als wenn die tägliche Anwendung von CBD Lungentumore ohne eine konventionelle Behandlung schrumpfen lässt. In dem englischsprachigen Fachblatt "BMJ Case Reports" wurde jetzt von Fachleuten vom Watford General Hospital und des Basildon and Thurrock University Hospitals NHS Foundation Trust der Fall einer rauchenden älteren Frau beschrieben, die unter nicht-kleinzelligen Lungenkrebs litt und scheinbar durch eine regelmäßige Einnahme von CBD-Öl als alternative Selbstbehandlung eine Schrumpfung des Tumors bewirkte.

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Quelle :   

Viereinhalb Jahre nach ihrer Einführung stehen der medizinischen Cannabis-Versorgung noch mit Vorbehalte und vor allem Wissenslücken bei den Leistungserbringern entgegen. Apotheken- und Praxisteams sind nicht geübt darin, mit dem komplexen Wirkungsprofil im Kontext unterschiedlicher Indikationen umzugehen. Hinzu kommt ein immer unübersichtlicherer Markt. Aus dem Umfeld der auf Cannabis spezialisierten Apotheke Lux99 ist deshalb mit Copeia ein Start-up hervorgegangen, das Ärzt:innen und Apotheker:innen ermöglichen will, Patient:innenen einfach und schnell die richtige Medikation zukommen zu lassen - und dass die Kasse es dann auch zahlt.

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Neuer Jahresbericht der Drogenbeauftragten erschienen Drogenbeauftragte Ludwig:

"Die Pandemie war ein Stresstest für unser Suchthilfesystem!" 

Der heute | 07.10.2021 erschienene Jahresbericht der Drogenbeauftragen der Bundesregierung, Daniela Ludwig, gibt einen umfassenden Überblick über die Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland, enthält aktuelle Zahlen zum Drogenkonsum und beleuchtet darüber hinaus die Situation während der Coronapandemie. Die Suchthilfe und -Beratung geriet zu Beginn der Krise enorm unter Druck und musste quasi über Nacht von analoger auf digitale Beratung umstellen. Auch die Substitutionsversorgung von schwer abhängigen Menschen drohte sich zu erschweren.

Dazu die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig: "Diese Pandemie war ein extremer Stresstest für das hiesige Suchthilfesystem. Insbesondere für die Betroffenen: Suchtkranke Menschen, ihre Familien und Freunde. Der persönliche Kontakt zu Therapeutinnen und Therapeuten sowie Beratungsstellen brach nahezu komplett weg. Wir haben schnell und effizient gehandelt, um einen Kollaps zu verhindern. Mit der Eilverordung zur Flexibilisierung der Substitutionsversorgung, die mehr Menschen in Behandlung gebracht hat, den digitalen Sprechstunden und der Aufrechterhaltung der Rehabilitationsbehandlung für Suchtkranke - es ist uns gemeinsam trotz der Umstände gelungen, dass die so dringend erforderliche Hilfe weitergehen konnte."

Jahresbericht der Drogenbeauftragten 2021 - Download: Web-PDF (ca. 6 MB)

Jahresbericht der Drogenbeauftragten 2020 - Download: barrierefreies PDF (8,44 MB)

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Quelle

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung möchte eine Cannabis-Grenze von sechs Gramm pro Person durchsetzen. Doch was hält eigentlich die Bevölkerung von Gras und dessen medizinischem Nutzen?

CBD wird von der WHO nicht als Suchtstoff eingestuft.
Sind Canabidiol-Produkte "neuartige Lebensmittel"?👇

Der Berliner Senat will die Genehmigung für sein Modellprojekt zur Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken in Apotheken gerichtlich forcieren: Nachdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die dafür notwendigen Anträge abgewiesen hatte, zieht der Senat nun vor das Verwaltungsgericht Köln. Ziel ist eine Ausnahmegenehmigung nach dem Betäubungsmittelgesetz. Im Kern dreht sich der Streit um dieselbe Frage, die auch bei der Legalisierungsdebatte im Mittelpunkt steht: Kann ein effektiver Gesundheitsschutz ausschließlich durch Prohibition erreicht werden oder auch durch Kontrolle und Beratung? 

In dieser Woche erschien der 8. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2021, in dem es in diversen Beiträgen um Cannabis als Medizin sowie als Genussmittel geht. Der Deutsche Hanfverband widmet sich an dieser Stelle in kurzer Form den Beiträgen zu Modellprojekten, Cannabiskonsum in Corona-Zeiten sowie der besorgniserregenden Verbreitung von synthetischen Cannabinoiden. Lesen Sie den gesamten Artikel 👇

Interessierten empfehlen wir aber auch die Beiträge zu Cannabis als Medizin und den Bericht in Gänze zu lesen.

 Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2021

Quelle

Aktualisierte Zahlen zu Medizinalcannabis

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat für das erste Quartal 2021 die Sonderbeilage zur GKV-Arzneimittel-Schnellinformation für Deutschland veröffentlicht. 

Aktualisiert wurden die Bruttoumsätze und Verordnungen von Cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln und Zubereitungen von Januar bis März 2021 und die monatlichen Bruttoumsätze von Cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln und Zubereitungen von März 2020 bis März 2021.

Die aktualisierten Zahlen finden Sie ebenfalls in der Schriftenreihe "ELEMENTE 8: Medizinalcannabis in Deutschland: Übersicht in Zahlen". 

Hintergrund Foto von Avery Meeker

Die Risiken von Alkohol sind deutlich drastischer, das belegen viele Studien und das wird durch den viel zitierten Fakt unterstrichen, dass noch nie ein Mensch an den Folgen von Cannabis gestorben ist. Dafür aber weltweit Millionen an den Folgen von Alkohol. 

Zum Artikel : Cannabis oder Alkohol: Was ist gefährlicher?

Ein robuster und digital besser funktionierender Drogenmarkt - Der aktuelle Bericht präsentiert die Ergebnisse der jüngsten Trendspotter-Studie der EMCDDA und veranschaulicht, wie sich der Drogenmarkt weiterhin an die COVID-19-Krise adaptiert indem sich Drogenhändler an Reisebeschränkungen und Grenzschließungen anpassen. Auf der Großhandelsebene schlägt sich dies in einigen Änderungen bei den Schmuggelrouten und -methoden nieder, wobei der Schmuggel über intermodale Container und kommerzielle Lieferketten stärker in den Vordergrund rückt und weniger auf den Einsatz menschlicher Kuriere gesetzt wird. Der Cannabisanbau und die Herstellung synthetischer Drogen in der EU scheinen auf dem Niveau von vor der Pandemie stabil zu sein, wobei bei der Aushebung von Produktionsstätten kein Rückgang zu verzeichnen ist. Obwohl die Straßenmärkte für den Drogeneinzelhandel während der frühen Lockdowns gestört wurden und einige lokale Engpässe gemeldet wurden, haben sich Drogenverkäufer und -käufer angepasst, indem sie verstärkt auf verschlüsselte Nachrichtendienste, Social-Media-Apps, Online-Quellen sowie Post- und Lieferdienste zurückgreifen. Dies wirft die Frage auf, ob eine langfristige Auswirkung der Pandemie die weitere Digitalisierung der Drogenmärkte sein könnte.

Europäischer Drogenbericht 2021 (09/06/2021) : Wichtigste Ergebnisse - Der Cannabiskonsum bleibt auf hohem Niveau stabil, doch der erhöhte THC-Gehalt wirft gesundheitliche Bedenken auf - Es wurde ein Anstieg des THC-Gehalts von Cannabisharz (durchschnittliche Spanne: 20 - 28 Prozent) beobachtet. Gesundheitswarnungen betreffen Cannabis, das mit hochpotenten synthetischen Cannabinoiden gestreckt wurde.

Weitere Informationen:

Hintergrund Foto von Diyahna Lewis

"Mehr als vier Jahre nach Inkrafttreten des Cannabis-als-Medizin-Gesetzes fällt meine Bilanz gemischt aus. Neben den unstrittigen, zahlreichen positiven Entwicklungen sind verschiedene, vom Gesetzgeber 2017 beabsichtigte, Veränderungen nach wie vor nicht eingetreten", erklärt Prof. Dr. Heino Stöver, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). 

Seit 2017 wurden laut Krankenkassendaten fast 70.000 Kostenübernahmeanträge gestellt, von denen aber nur rund 60 Prozent genehmigt wurden.👇

In Bayern wird am meisten Cannabis verschrieben :

96 Prozent der Ärzte, die Cannabis aus medizinischen Zwecken verschrieben haben, betreiben ihre Praxen in Westdeutschland. 

Dementsprechend fällt auch der Absatz der Apotheken in dieser Region am höchsten aus: 94 Prozent des Cannabis, das an Patienten ausgegeben wurde, verkauften westdeutsche Apotheken. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist derzeit Bayern, wo 31 Prozent des Cannabis von Apotheken ausgegeben wird. 

Es folgen Baden-Würtemberg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 und 17 Prozent. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, mit einem Anteil von gerade einmal 1,7 Prozent. Der durschnittliche Patient konsumiert 28 Gramm Medizinalcannabis pro Jahr. Darunter sind 80 Prozent der Patienten männlich, nur 20 Prozent sind Frauen.

Lesen Sie den gesamten Artikel.. 👇 

Hintergrund Foto von Matthew Sichkaruk

Auf einer Tagung des CND (Commission on Narcotic Drugs - 02.-04.12.2020 in Wien) wurde Cannabis aus der Anlage 4 der internationalen Suchtstoffabkommen herausgenommen. 

Damit kann der Umgang mit Cannabis vereinfacht werden. Andere Anträge zur Neubewertung von Cannabis und Cannabinoiden wurden abgelehnt oder nicht mehr behandelt.

Hierzu erklärt der Geschäftsführer des Branchenverband Cannabiswirtschaft, Jürgen Neumeyer, in einem ersten Statement: "Mit Annahme der Empfehlung 5.1 der WHO wird Cannabis von Anlage 4 auf Anlage 1 des internationalen Suchtstoffabkommens herunter gestuft. Dieser ehemalige Status eines "generell nicht verkehrsfähigen Suchtmittels" führt nun zu einer vereinfachten Verkehrsfähigkeit von Cannabis. 

Die Anerkennung des therapeutischen Nutzens von Cannabis dürfte sich damit durchgesetzt haben.

Dies ist auch ein wichtiger Schritt für die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in vielen Nationalstaaten. Nach diesem internationalen Impuls erwarten wir weltweit Erleichterungen im Umgang mit Medizinalcannabis. Dies begrüßen wir sehr, da Importeure, Anbauer und Distributoren in Zukunft mit weniger bürokratischen Hürden rechnen können. 

Die Annahme der weiteren WHO-Vorschläge wäre noch besser gewesen. Trotzdem bleibt die Entscheidung ein deutlicher Schritt der internationalen Deregulierung gegenüber Cannabis insgesamt." so Neumeyer weiter.