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Cannabis-Legalisierung: Verkauf nur durch geschultes Personal

Eine Plantage für Cannabis-Pflanzen zum medizinischen Gebrauch. Die Ampel-Parteien möchten die Droge zum Konsum für Genusszwecke zulassen. Nun wird diskutiert, wer Cannabis verkaufen darf. © Christian Charisius/dpa
Eine Plantage für Cannabis-Pflanzen zum medizinischen Gebrauch. Die Ampel-Parteien möchten die Droge zum Konsum für Genusszwecke zulassen. Nun wird diskutiert, wer Cannabis verkaufen darf. © Christian Charisius/dpa
  1. Verkauf von Cannabis soll im Rahmen der Cannabis-Legalisierung nur durch geschultes Personal erfolgen
  2. Apotheken könnten Cannabis verkaufen - Burkhard Blienert neuer Anti-Drogenbeauftragter
  3. Suchtexperte fordert Aufklärung über unschädliche Konsumformen im Rahmen der Cannabis-Legalisierung

Die Ampel-Koalition hat sich auf die Legalisierung von Cannabis geeinigt. Doch einige Fragen sind noch ungeklärt. Dazu gehört: Wer darf das Hanf verkaufen? Lesen Sie den gesamten Artikel 👇

Die Verwendung von Cannabidiol-Öl (CBD) könnte zur potenziellen Behandlung von Lungenkrebs geeignet sein. Es scheint, als wenn die tägliche Anwendung von CBD Lungentumore ohne eine konventionelle Behandlung schrumpfen lässt. In dem englischsprachigen Fachblatt "BMJ Case Reports" wurde jetzt von Fachleuten vom Watford General Hospital und des Basildon and Thurrock University Hospitals NHS Foundation Trust der Fall einer rauchenden älteren Frau beschrieben, die unter nicht-kleinzelligen Lungenkrebs litt und scheinbar durch eine regelmäßige Einnahme von CBD-Öl als alternative Selbstbehandlung eine Schrumpfung des Tumors bewirkte.

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Viereinhalb Jahre nach ihrer Einführung stehen der medizinischen Cannabis-Versorgung noch mit Vorbehalte und vor allem Wissenslücken bei den Leistungserbringern entgegen. Apotheken- und Praxisteams sind nicht geübt darin, mit dem komplexen Wirkungsprofil im Kontext unterschiedlicher Indikationen umzugehen. Hinzu kommt ein immer unübersichtlicherer Markt. Aus dem Umfeld der auf Cannabis spezialisierten Apotheke Lux99 ist deshalb mit Copeia ein Start-up hervorgegangen, das Ärzt:innen und Apotheker:innen ermöglichen will, Patient:innenen einfach und schnell die richtige Medikation zukommen zu lassen - und dass die Kasse es dann auch zahlt.

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Neuer Jahresbericht der Drogenbeauftragten erschienen Drogenbeauftragte Ludwig:

"Die Pandemie war ein Stresstest für unser Suchthilfesystem!" 

Der heute | 07.10.2021 erschienene Jahresbericht der Drogenbeauftragen der Bundesregierung, Daniela Ludwig, gibt einen umfassenden Überblick über die Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland, enthält aktuelle Zahlen zum Drogenkonsum und beleuchtet darüber hinaus die Situation während der Coronapandemie. Die Suchthilfe und -Beratung geriet zu Beginn der Krise enorm unter Druck und musste quasi über Nacht von analoger auf digitale Beratung umstellen. Auch die Substitutionsversorgung von schwer abhängigen Menschen drohte sich zu erschweren.

Dazu die Drogenbeauftragte Daniela Ludwig: "Diese Pandemie war ein extremer Stresstest für das hiesige Suchthilfesystem. Insbesondere für die Betroffenen: Suchtkranke Menschen, ihre Familien und Freunde. Der persönliche Kontakt zu Therapeutinnen und Therapeuten sowie Beratungsstellen brach nahezu komplett weg. Wir haben schnell und effizient gehandelt, um einen Kollaps zu verhindern. Mit der Eilverordung zur Flexibilisierung der Substitutionsversorgung, die mehr Menschen in Behandlung gebracht hat, den digitalen Sprechstunden und der Aufrechterhaltung der Rehabilitationsbehandlung für Suchtkranke - es ist uns gemeinsam trotz der Umstände gelungen, dass die so dringend erforderliche Hilfe weitergehen konnte."

Jahresbericht der Drogenbeauftragten 2021 - Download: Web-PDF (ca. 6 MB)

Jahresbericht der Drogenbeauftragten 2020 - Download: barrierefreies PDF (8,44 MB)

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Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung möchte eine Cannabis-Grenze von sechs Gramm pro Person durchsetzen. Doch was hält eigentlich die Bevölkerung von Gras und dessen medizinischem Nutzen?

CBD wird von der WHO nicht als Suchtstoff eingestuft.
Sind Canabidiol-Produkte "neuartige Lebensmittel"?👇

Der Berliner Senat will die Genehmigung für sein Modellprojekt zur Abgabe von Cannabis zu Genusszwecken in Apotheken gerichtlich forcieren: Nachdem das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) die dafür notwendigen Anträge abgewiesen hatte, zieht der Senat nun vor das Verwaltungsgericht Köln. Ziel ist eine Ausnahmegenehmigung nach dem Betäubungsmittelgesetz. Im Kern dreht sich der Streit um dieselbe Frage, die auch bei der Legalisierungsdebatte im Mittelpunkt steht: Kann ein effektiver Gesundheitsschutz ausschließlich durch Prohibition erreicht werden oder auch durch Kontrolle und Beratung? 

In dieser Woche erschien der 8. Alternative Drogen- und Suchtbericht 2021, in dem es in diversen Beiträgen um Cannabis als Medizin sowie als Genussmittel geht. Der Deutsche Hanfverband widmet sich an dieser Stelle in kurzer Form den Beiträgen zu Modellprojekten, Cannabiskonsum in Corona-Zeiten sowie der besorgniserregenden Verbreitung von synthetischen Cannabinoiden. Lesen Sie den gesamten Artikel 👇

Interessierten empfehlen wir aber auch die Beiträge zu Cannabis als Medizin und den Bericht in Gänze zu lesen.

 Alternativer Drogen- und Suchtbericht 2021

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Aktualisierte Zahlen zu Medizinalcannabis

Der Spitzenverband der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) hat für das erste Quartal 2021 die Sonderbeilage zur GKV-Arzneimittel-Schnellinformation für Deutschland veröffentlicht. 

Aktualisiert wurden die Bruttoumsätze und Verordnungen von Cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln und Zubereitungen von Januar bis März 2021 und die monatlichen Bruttoumsätze von Cannabinoidhaltigen Fertigarzneimitteln und Zubereitungen von März 2020 bis März 2021.

Die aktualisierten Zahlen finden Sie ebenfalls in der Schriftenreihe "ELEMENTE 8: Medizinalcannabis in Deutschland: Übersicht in Zahlen". 

Hintergrund Foto von Avery Meeker

Die Risiken von Alkohol sind deutlich drastischer, das belegen viele Studien und das wird durch den viel zitierten Fakt unterstrichen, dass noch nie ein Mensch an den Folgen von Cannabis gestorben ist. Dafür aber weltweit Millionen an den Folgen von Alkohol. 

Zum Artikel : Cannabis oder Alkohol: Was ist gefährlicher?

Ein robuster und digital besser funktionierender Drogenmarkt - Der aktuelle Bericht präsentiert die Ergebnisse der jüngsten Trendspotter-Studie der EMCDDA und veranschaulicht, wie sich der Drogenmarkt weiterhin an die COVID-19-Krise adaptiert indem sich Drogenhändler an Reisebeschränkungen und Grenzschließungen anpassen. Auf der Großhandelsebene schlägt sich dies in einigen Änderungen bei den Schmuggelrouten und -methoden nieder, wobei der Schmuggel über intermodale Container und kommerzielle Lieferketten stärker in den Vordergrund rückt und weniger auf den Einsatz menschlicher Kuriere gesetzt wird. Der Cannabisanbau und die Herstellung synthetischer Drogen in der EU scheinen auf dem Niveau von vor der Pandemie stabil zu sein, wobei bei der Aushebung von Produktionsstätten kein Rückgang zu verzeichnen ist. Obwohl die Straßenmärkte für den Drogeneinzelhandel während der frühen Lockdowns gestört wurden und einige lokale Engpässe gemeldet wurden, haben sich Drogenverkäufer und -käufer angepasst, indem sie verstärkt auf verschlüsselte Nachrichtendienste, Social-Media-Apps, Online-Quellen sowie Post- und Lieferdienste zurückgreifen. Dies wirft die Frage auf, ob eine langfristige Auswirkung der Pandemie die weitere Digitalisierung der Drogenmärkte sein könnte.

Europäischer Drogenbericht 2021 (09/06/2021) : Wichtigste Ergebnisse - Der Cannabiskonsum bleibt auf hohem Niveau stabil, doch der erhöhte THC-Gehalt wirft gesundheitliche Bedenken auf - Es wurde ein Anstieg des THC-Gehalts von Cannabisharz (durchschnittliche Spanne: 20 - 28 Prozent) beobachtet. Gesundheitswarnungen betreffen Cannabis, das mit hochpotenten synthetischen Cannabinoiden gestreckt wurde.

Weitere Informationen:

Hintergrund Foto von Diyahna Lewis

"Mehr als vier Jahre nach Inkrafttreten des Cannabis-als-Medizin-Gesetzes fällt meine Bilanz gemischt aus. Neben den unstrittigen, zahlreichen positiven Entwicklungen sind verschiedene, vom Gesetzgeber 2017 beabsichtigte, Veränderungen nach wie vor nicht eingetreten", erklärt Prof. Dr. Heino Stöver, Geschäftsführender Direktor des Instituts für Suchtforschung (ISFF) an der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS). 

Seit 2017 wurden laut Krankenkassendaten fast 70.000 Kostenübernahmeanträge gestellt, von denen aber nur rund 60 Prozent genehmigt wurden.👇

In Bayern wird am meisten Cannabis verschrieben :

96 Prozent der Ärzte, die Cannabis aus medizinischen Zwecken verschrieben haben, betreiben ihre Praxen in Westdeutschland. 

Dementsprechend fällt auch der Absatz der Apotheken in dieser Region am höchsten aus: 94 Prozent des Cannabis, das an Patienten ausgegeben wurde, verkauften westdeutsche Apotheken. Spitzenreiter unter den Bundesländern ist derzeit Bayern, wo 31 Prozent des Cannabis von Apotheken ausgegeben wird. 

Es folgen Baden-Würtemberg und Nordrhein-Westfalen mit jeweils 18 und 17 Prozent. Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt, mit einem Anteil von gerade einmal 1,7 Prozent. Der durschnittliche Patient konsumiert 28 Gramm Medizinalcannabis pro Jahr. Darunter sind 80 Prozent der Patienten männlich, nur 20 Prozent sind Frauen.

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Hintergrund Foto von Matthew Sichkaruk

Auf einer Tagung des CND (Commission on Narcotic Drugs - 02.-04.12.2020 in Wien) wurde Cannabis aus der Anlage 4 der internationalen Suchtstoffabkommen herausgenommen. 

Damit kann der Umgang mit Cannabis vereinfacht werden. Andere Anträge zur Neubewertung von Cannabis und Cannabinoiden wurden abgelehnt oder nicht mehr behandelt.

Hierzu erklärt der Geschäftsführer des Branchenverband Cannabiswirtschaft, Jürgen Neumeyer, in einem ersten Statement: "Mit Annahme der Empfehlung 5.1 der WHO wird Cannabis von Anlage 4 auf Anlage 1 des internationalen Suchtstoffabkommens herunter gestuft. Dieser ehemalige Status eines "generell nicht verkehrsfähigen Suchtmittels" führt nun zu einer vereinfachten Verkehrsfähigkeit von Cannabis. 

Die Anerkennung des therapeutischen Nutzens von Cannabis dürfte sich damit durchgesetzt haben.

Dies ist auch ein wichtiger Schritt für die Umsetzung von wissenschaftlichen Erkenntnissen in vielen Nationalstaaten. Nach diesem internationalen Impuls erwarten wir weltweit Erleichterungen im Umgang mit Medizinalcannabis. Dies begrüßen wir sehr, da Importeure, Anbauer und Distributoren in Zukunft mit weniger bürokratischen Hürden rechnen können. 

Die Annahme der weiteren WHO-Vorschläge wäre noch besser gewesen. Trotzdem bleibt die Entscheidung ein deutlicher Schritt der internationalen Deregulierung gegenüber Cannabis insgesamt." so Neumeyer weiter.